Bodenschutz: Moderne Forsttechnik bietet innovative Lösungen
– Schonung und Wirtschaftlichkeit schließen sich nicht aus
Bodenschutz – ein Randthema für Naturschützer? Ganz und gar nicht! Ohne intakte Böden wird zukünftigen Generationen eine ökonomisch tragfähige Waldwirtschaft nicht länger möglich sein. Der Waldboden ist die Produktionsgrundlage der Forst-Holz-Kette und damit das Fundament für viele hunderttausend Arbeitsplätze allein in Deutschland.
Als globale Leitmesse greift die LIGNA 2011 die essentielle Frage der Bodenschonung beim Forstmaschineneinsatz auf. Die Besucher aus aller Welt dürfen sich vom 30. Mai bis zum 3. Juni 2011 auf die Demonstration innovativer Lösungen sowie auf exklusive Fachgespräche und Beratungsangebote freuen. Das Thema Bodenschutz wird gemeinsam mit dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF) im Pavillon 33 unter dem Expo-Dach abgebildet.
Die steigende Holznachfrage setzt den Wald unter Druck. Schon heute werden über alle Eigentumsarten 93 Prozent des Zuwachses abgeschöpft (Inventurstudie 2008 im Auftrag des BMELV) und die Maschinen aufgrund der Rationalisierung leistungsstärker, aber auch schwerer. Deshalb müssen die Ansprüche von Nutzung und Schutz auch beim Bodenschutz neu austariert werden. Neben organisatorischen Verbesserungen in der Holzerntekette ruhen die Hoffnungen bei der Bodenschonung auf der modernen Forsttechnik. Wirtschaftlichkeit und Schonung lassen sich mit veralteten Fahrzeugen, Maschinen und Techniken nicht erreichen.
Holzernte trotz ökonomischen Drucks mit weniger Bodenschäden
Die grundlegenden technischen Schutzmaßnahmen sind zunächst unabhängig von den einzelnen Fabrikaten und Herstellern. Einen bodenschonenden Einfluss haben ganz wesentlich die Anzahl der Räder, ihre Breite, ihre Art (Radial- statt Diagonalreifen), der Reifenfülldruck beziehungsweise die Verwendung von Bogiebändern, die über die Räder einer Pendelachse aufgezogen werden, oder die Entscheidung für Raupenfahrwerke. Neuartige Stahlketten-, Gummi- oder Gurtbandlauf¬werke verfügen über eine ausgeklügelte Mehrsteg- oder Lückenglieder¬technik und erreichen ein enormes Maß an Bodenanpassung. Auch der Abstand der Reifen ist wichtig, da er den Schwerpunkt und damit die Ausbalancierung der Maschine mitbestimmt. Schließlich spielt eine ausgewogene Gewichtsverteilung in Breite und Länge eine Rolle, weil die Räder mit dem jeweils höchsten Druck für die Bodenbelastung maßgebend sind.
Bei Optimierung all dieser Einflussgrößen kann der Kontaktflächendruck eines Harvesters um rund 44 Prozent abgesenkt werden, errechnete das Informationssystem ProFor (TU München). Das macht sich nicht nur für den Boden bezahlt. Maschinentechnische Optimierungen verringern auch die laufenden Kosten, weil sie zum Beispiel die Lebensdauer der Reifen verlängern und den Kraftstoffverbrauch verringern. Weitere fachliche Stichworte sind in diesem Zusammenhang automatische Reifendruckregelanlagen, hydrostatische Fahrwerke und Lenkungen für Hinterwagen (z. B. für Skidder).
Die richtige Maschine am richtigen Ort
Die Praxis lehrt, dass die jeweils richtige Maschine für die jeweilige forstliche Maßnahme und den jeweiligen Standort auszuwählen ist. Auf sensiblen Bodenstandorten gelten vollbeladene Forwarder mit Radlasten oberhalb von fünf Tonnen als nicht länger erwünscht. Als ideale Zielgröße geben etwa die Bayerischen Staatsforsten Radlasten an, die nicht wesentlich über vier Tonnen liegen.

